Krauses oder widerspenstiges Barthaar lässt einen Bart schnell unruhig wirken. Das ist völlig normal, kann beim Styling aber Geduld kosten. Mit der passenden Vorbereitung, einer Bürste, etwas Wärme oder einer täglichen Routine kannst Du Deinen Bart sichtbar geordneter tragen.
Wichtig ist eine realistische Erwartung: Du kannst Deinen Bart glätten und bändigen, aber seine natürliche Haarstruktur nicht dauerhaft verändern. Feuchtigkeit, Schweiß und die nächste Bartwäsche können das Ergebnis wieder beeinflussen.
Kurz & knapp: Bart glätten in 5 Schritten
- Wasche Deinen Bart bei Bedarf und trockne ihn vor dem Styling vollständig.
- Entwirre das Barthaar zuerst vorsichtig mit Kamm oder Bürste.
- Für kurze bis mittellange Bärte eignet sich meist Bürste und Föhn.
- Für längere Bärte kann ein Bartglätter oder Mini-Glätteisen gezielter arbeiten.
- Nutze Bartbalsam und regelmäßiges Bürsten, wenn Du Deinen Bart ohne Hitze bändigen möchtest.
Glätten funktioniert am besten bei trockenem, entwirrtem Barthaar. Nasses Barthaar sollte nicht mit einem Glätteisen oder sehr heißer Luft bearbeitet werden.
Warum kräuselt sich Barthaar?
Wie glatt oder kraus Dein Bart wächst, hängt vor allem von Deiner natürlichen Haarstruktur ab. Eine Rolle spielt dabei die Form des Haarfollikels, also der kleinen Struktur in der Haut, aus der das Haar wächst. Vereinfacht gesagt wachsen Haare aus eher runden Follikeln häufig gerader. Bei ovalen oder stärker gebogenen Follikeln kann das Haar eher gewellt oder kraus wachsen.
Barthaar ist außerdem oft fester und drahtiger als Kopfhaar. Es wächst in verschiedenen Richtungen, besonders an Kinn, Hals und Wangen. Dadurch kann selbst ein ansonsten gerader Bart ungleichmäßig aussehen.
Auch Trockenheit kann das Styling erschweren. Trocken wirkendes Barthaar fühlt sich häufig rauer an, verhakt sich leichter und lässt sich weniger gleichmäßig bürsten. Mit zunehmender Länge wird die natürliche Wuchsrichtung ebenfalls sichtbarer. Ein kurzer Bart steht eher ab, während längeres Barthaar durch sein Eigengewicht häufig leichter nach unten fällt.
Wenn Du Deinen Bart nicht nur glätten, sondern grundsätzlich besser aufbauen möchtest, findest Du im Bartpflege Guide eine praktische Grundlage für Deine Routine.
Die Basics vor dem Bart glätten
Gutes Bartstyling beginnt nicht erst mit Föhn oder Glätteisen. Nimm Dir vor dem Glätten ein paar Minuten Zeit für die Vorbereitung. So ziehst Du weniger am Haar und erreichst ein gleichmäßigeres Ergebnis.
1. Bart reinigen, aber nicht überpflegen
Rückstände von Stylingprodukten, Staub oder Schweiß können dazu führen, dass der Bart stumpf oder strähnig wirkt. Wasche Deinen Bart bei Bedarf mit einem passenden Produkt und spüle alles gründlich aus. Danach tupfst Du ihn mit einem Handtuch ab, statt ihn kräftig trocken zu rubbeln.

2. Barthaar vollständig trocknen lassen
Ein Glätteisen gehört nicht auf nasses oder noch deutlich feuchtes Barthaar. Wasser im Haar kann bei hoher Hitze verdampfen und das Haar unnötig belasten. Wenn Du föhnst, beginnst Du mit niedriger bis mittlerer Wärme und ausreichend Abstand.
3. Bart entwirren
Arbeite Dich mit einem Kamm oder einer Bürste langsam von den Spitzen in Richtung Bartansatz vor. Ziehe nicht mit Kraft durch Knoten. Gerade bei einem längeren Vollbart hilft es, einzelne Partien nacheinander zu entwirren.
4. Pflege und Hitzeschutz getrennt betrachten
Bartöl kann den Bart geschmeidiger wirken lassen und das Bürsten erleichtern, sofern dies für das jeweilige Produkt vorgesehen ist. Es ist jedoch kein automatisch belegter Hitzeschutz. Verwende ein Pflegeöl daher nicht als Ersatz für ein ausdrücklich ausgewiesenes Hitzeschutzprodukt.
Bartöl kann die Kämmbarkeit und das gepflegte Erscheinungsbild unterstützen, ersetzt aber keinen dokumentierten Hitzeschutz beim Styling mit hoher Temperatur.
Methode 1: Bart glätten mit Bürste und Föhn
Die Kombination aus Bürste und Föhn ist für viele kurze bis mittellange Bärte ein guter Einstieg. Du arbeitest dabei kontrolliert mit Luftstrom und Zug, ohne das Barthaar direkt zwischen heiße Platten zu legen. Besonders praktisch ist diese Methode, wenn Dein Bart vor allem an den Seiten oder unter dem Kinn absteht.
So gehst Du vor
- Stelle sicher, dass Dein Bart trocken oder nur noch minimal handtuchtrocken ist.
- Kämme den Bart zunächst grob in Wuchsrichtung.
- Teile bei einem dichteren Bart einzelne Bereiche ab, etwa Wangen, Kinn und Hals.
- Führe eine Bürste langsam durch eine Partie und richte den Föhn in dieselbe Richtung aus.
- Arbeite von oben nach unten und bleibe nicht zu lange auf einer Stelle.
- Nutze zum Schluss kühle Luft, um die gelegte Form zu fixieren.
Eine Rundbürste kann bei mittellangem Barthaar mehr Zug erzeugen. Für einen kurzen Bart reicht oft eine kompakte Bartbürste. Mit einer Bartbürste für die tägliche Routine kannst Du den Bart auch ohne Föhn regelmäßig in Wuchsrichtung bringen.
Halte den Föhn nicht direkt an den Bart. Ein wenig Abstand und eine niedrigere Temperatur geben Dir mehr Kontrolle. Wenn sich der Bart unangenehm heiß anfühlt, ist die Einstellung zu hoch oder der Abstand zu gering.

Methode 2: Bart glätten mit Bartglätter oder Mini-Glätteisen
Ein Bartglätter oder kleines Glätteisen kann bei langem, kräftigem Barthaar sinnvoll sein. Diese Methode glättet gezielter als ein Föhn, erfordert aber auch mehr Aufmerksamkeit. Besonders an den Wangen und nahe der Haut solltest Du vorsichtig arbeiten.
Für Barthaar werden häufig moderate Temperaturen empfohlen. Als Orientierung können 150 bis 170 Grad dienen. Welche Einstellung für Dich passt, hängt von Bartlänge, Haarstärke und Gerät ab. Beginne lieber niedrig und erhöhe die Temperatur nur, wenn es nötig ist.
So glättest Du Deinen Bart mit einem Glätteisen
- Der Bart muss vollständig trocken, sauber und entwirrt sein.
- Heize das Gerät zunächst auf einer niedrigen bis mittleren Stufe vor.
- Teile einen längeren Bart in kleine, gut kontrollierbare Strähnen.
- Setze das Gerät nicht direkt am Hautansatz an, sondern mit etwas Abstand.
- Ziehe jede Strähne in einer ruhigen Bewegung nach unten.
- Bearbeite dieselbe Partie nicht mehrfach ohne Bedarf.
- Bürste den Bart danach locker aus und bringe ihn in die gewünschte Form.
Ein Mini-Glätteisen bietet sich eher für einzelne widerspenstige Partien an. Für einen sehr dichten oder langen Bart kann ein spezieller Bartglätter mit Bürstenaufsatz angenehmer zu handhaben sein. Entscheidend ist nicht die höchste Temperatur, sondern eine ruhige Technik mit möglichst wenigen Durchgängen.
Beim Bart glätten mit Glätteisen gilt: niedrige Temperatur, kleine Strähnen und möglichst wenige Durchgänge sind schonender als wiederholtes Arbeiten mit hoher Hitze.
Methode 3: Krausen Bart ohne Hitze glätten
Du möchtest auf Föhn und Glätteisen verzichten? Dann kannst Du Deinen Bart trotzdem sichtbar ruhiger und geordneter tragen. Ohne Hitze veränderst Du die Haarstruktur nicht kurzfristig so stark wie mit einem Glätteisen. Dafür baust Du mit einer konsequenten Routine auf mehr Kontrolle im Alltag.
Ein Bartbalsam kann dabei helfen, einzelne abstehende Haare zu bündeln und dem Bart mehr Halt zu geben, sofern die Anwendungshinweise des Produkts dies vorsehen. Verreibe eine kleine Menge zunächst zwischen den Händen und arbeite sie anschließend gleichmäßig in den Bart ein. Danach kämmst oder bürstest Du ihn in die gewünschte Richtung.
Für diese Routine kannst Du einen Bartbalsam von Beyer's Oil mit regelmäßigem Bürsten kombinieren. Beginne mit wenig Produkt. Zu viel Balsam kann den Bart beschweren oder ihn schnell ungleichmäßig aussehen lassen.
Tägliche Routine ohne Hitze
- Entwirre den Bart morgens vorsichtig.
- Bringe ihn mit Kamm oder Bürste in Wuchsrichtung.
- Nutze bei Bedarf eine kleine Menge Stylingprodukt.
- Kontrolliere abstehende Partien mit den Händen nach.
- Wiederhole das Bürsten im Tagesverlauf nur sanft, damit Du nicht unnötig ziehst.
Diese Methode braucht etwas Geduld. Mit der Zeit lernst Du, in welche Richtung Dein Bart am besten fällt und an welchen Stellen er mehr Führung braucht.
Föhnen oder Glätten: Was ist besser?
Welche Methode besser passt, hängt vor allem von Deiner Bartlänge und Deinem gewünschten Ergebnis ab. Ein Föhn wirkt oft natürlicher und eignet sich gut für die tägliche Form. Ein Glätteisen kann stärkere Wellen gezielter bändigen, ist aber intensiver und sollte mit Bedacht eingesetzt werden.
| Methode | Geeignete Bartlänge | Aufwand | Hitze | Haltbarkeit des Ergebnisses |
|---|---|---|---|---|
| Bürste und Föhn | Kurz bis mittellang | Mittel | Ja | Bis Feuchtigkeit, Schweiß oder Waschen die Form verändert |
| Bartglätter oder Mini-Glätteisen | Mittel bis lang | Mittel bis hoch | Ja | Meist stärker geglättet, aber nicht dauerhaft |
| Balsam, Kamm und Bürste | Alle Längen | Niedrig | Nein | Abhängig von Haarstruktur, Wetter und Produktmenge |
Du kannst die Methoden auch kombinieren. Föhne Deinen Bart beispielsweise zunächst in Form und nutze ein Glätteisen nur für einzelne, besonders widerspenstige Bereiche. So reduzierst Du die Zeit mit direkter Hitze.
Wenn Du nach dem Glätten eine bestimmte Bartform ausarbeiten möchtest, lies auch unseren Beitrag zum Bart Styling. Dort geht es um Konturen, Form und einen stimmigen Gesamteindruck.
Hitze richtig dosieren und Haarbruch vermeiden
Es gibt keine allgemeingültige Zahl dafür, wie oft jeder Bart sicher geglättet werden kann. Bartstruktur, Gerät, Temperatur und Technik unterscheiden sich stark. Entscheidend ist deshalb, wie Dein Barthaar auf die Routine reagiert.
Wirkt der Bart zunehmend trocken, rau oder brüchig, reduziere Temperatur und Häufigkeit. Plane außerdem Tage ohne Hitze ein und arbeite nicht jeden Morgen mehrere Male über dieselbe Strähne. Ein guter Grundsatz lautet: so wenig Hitze wie möglich, nur so viel wie nötig.
Auch das Ergebnis selbst bleibt vorübergehend. Hohe Luftfeuchtigkeit, Schweiß, Regen oder eine Bartwäsche können dazu führen, dass sich Dein Barthaar wieder stärker kräuselt. Das ist kein Zeichen dafür, dass Du etwas falsch gemacht hast, sondern eine normale Eigenschaft von Haar.
Bart glätten ist kein dauerhaftes Umformen. Die Methode bändigt krauses Barthaar für den Moment, während Feuchtigkeit und die natürliche Wuchsrichtung das Ergebnis wieder verändern können.
Bartöl und Bartbalsam für ein gepflegtes Finish
Nach dem Glätten geht es vor allem darum, den Bart ordentlich aussehen zu lassen und die Form sinnvoll zu unterstützen. Bartöl und Bartbalsam erfüllen dabei unterschiedliche Aufgaben und sind nicht einfach austauschbar.
Ein Bartöl wird typischerweise für Pflege und Geschmeidigkeit verwendet. Ein Bartbalsam kann je nach Produkt eher zusätzlich dabei helfen, die Haare etwas geordneter zu legen. Bartwachs ist wiederum stärker auf Halt und präzises Styling ausgerichtet. Welches Produkt zu Dir passt, hängt von Bartlänge, Haarstruktur und dem gewünschten Look ab.

Für einen längeren, dichteren Bart lohnt sich eine abgestimmte Routine. In unserem Beitrag zum Vollbart pflegen findest Du weitere Hinweise zum Waschen, Bürsten und Stylen. Wenn Du ein Pflegeöl in Deine Routine integrieren möchtest, findest Du das Bartöl von Beyer's Oil auf der Produktseite.
Am Ende zählt nicht, dass jeder Bart komplett glatt aussieht. Ein gepflegter Bart darf seine eigene Struktur behalten. Mit der passenden Methode kannst Du krause Partien bändigen, mehr Ordnung schaffen und Deinen Bart so tragen, wie er zu Dir passt.
